Fremde Heimat Deutschland – Leben zwischen Ankommen und Abschied

Seit einigen Jahren ist die deutsche Zuwanderungsbilanz negativ, mehrMenschen wandern aus als ein. Warum kehren diese Menschen Deutschland den Rücken?

Murat Ham ist gebürtiger Braunschweiger, ausgebildeter Journalist, besitzt langjährige Berufserfahrung als Autor und hat zahlreiche Publikationen zum Thema veröffentlicht. Ein allgemeiner Konsens über die Zuwanderungs- und Integrationspolitik liegt in weiter Ferne. Der öffentliche Schlagabtausch, in dem es insbesondere um Ängste vor 'Überfremdung', Verlust kultureller Identität und Entwicklung von 'Parallelgesellschaften' geht, läuft oftmals völlig an der Realität vorbei.

Seit einigen Jahren ist die deutsche Zuwanderungsbilanz negativ, mehr Menschen wandern aus als ein. Die individuelle Entscheidung der Auswanderer ist für die deutsche Volkswirtschaft vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels nicht ohne Auswirkungen, denn sie sind häufig gut ausgebildet und wirtschaftlich erfolgreich. Ein Teil der Auswanderer besteht aus Remigranten: Menschen, die selbst oder deren Eltern nach Deutschland eingewandert sind und die wieder in ihre alte Heimat zurückkehren – gerade in einer Zeit, in der Deutschland sich zunehmend als Einwanderungsland verstehen möchte. Warum kehren diese Menschen Deutschland den Rücken? Was treibt sie an? Warum halten sie nicht an Deutschland fest?

Mit ihrem Buch Fremde Heimat Deutschland – Leben zwischen Ankommen und Abschied geben Murat Ham und Angelika Kubanek Zu- und Auswanderern eine Stimme und spüren auch dem Phänomen der Remigration nach.

Besonders hervorzuheben ist, dass Menschen aus drei Migranten-Generationen zu Wort kommen – von türkischen Gastarbeitern, die Mitte der 80er-Jahre zurückkehrten, bis zu Migranten, die sich heute überlegen, in welcher Gesellschaft sie ihren Lebensmittelpunkt setzen. In Reportagen, Porträts, autobiographischen Texten von Migranten und Interviews stellen sie den Blick des 'einfachen' Arbeiters dem des Intellektuellen gegenüber. Durch verschiedene Schreibstile – narrativ, reportagenhaft, fachlich-wissenschaftlich – zeichnet das Autorenteam mosaikartig die Geschichte der Migration in Deutschland seit den 50er-Jahren nach.

Das Buch ist ebenso eine Reise durch Gedanken und Erinnerungen.

Ham und Kubanek spannen dabei den Bogen bewusst weit: Neben zahlreichen ganz normalen 'Alltagsmigranten' lassen sie auch die preisgekrönte deutsch-türkische Autorin Emine Sevgi Özdamar, die Tourismus-Managerin Nina Öger, den Unternehmer Kemal Sahin, die Wissenschaftlerin Esra Özyürek, den Hamburger Ex-Ganoven und Autor Cem Gülay oder den deutsch-ägyptischen Islamkritiker Hamed Abdel-Samad über ihre Erfahrungen zwischen den Welten berichten. Sie entlocken ihnen dabei mit ihrer besonderen Gesprächstechnik erstaunliche und mitunter sehr private Bekenntnisse. Der Interviewteil wird abgerundet durch Fachgespräche mit den Migrationsforschern Isabel Sievers und Hartmut Griese von der Leibniz-Universität Hannover und dem Forscherteam Re-Turn des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig.
Es entsteht ein fein gezeichnetes Bild der Motive für Aus- und Einwanderungen sowie der deutschen Gesellschaft. Die Lektüre lädt dazu ein, ein neues Verständnis von Migration in einer globalisierten Welt zu entwickeln. Häufiges Migrationsmotiv ist keineswegs die Suche nach Wohlstand, sondern Migration ist oft ein Hilfeschrei, eine Suche nach Verwurzelung, Geborgenheit, Verlässlichkeit, Treue und Liebe.

Die Herausgeber:

Murat Ham ist gebürtiger Braunschweiger, Diplom-Politikwissenschaftler und ausgebildeter Journalist, besitzt langjährige Berufserfahrung als Redakteur bei namhaften Print-, Online- und Funkmedien sowie als Redaktionsleiter in der Unternehmenskommunikation. Er hat zahlreiche Publikationen zum Thema veröffentlicht – unter anderem erschien im Jahr 2009 sein Buch „Jung, erfolgreich, türkisch“ mit einem Vorwort vom Bundesminister Dr. Wolfgang Schäuble.

Angelika Kubanek lehrt am Englischen Seminar der Technischen Universität Braunschweig, bildet Englischlehrer aus und forscht über das Erlernen von Fremdsprachen. Interkulturalität war immer eines ihrer Arbeitsgebiete. Kubanek bat Menschen, die viel geleistet hatten, aber aus dem Bewusstsein der deutschen Gesellschaft verschwunden waren – nämlich Türken, die in den 80er-Jahren Deutschland verließen – ihre Erinnerungen aufzuschreiben.

24.11.2011

Er ist Diplom-Politikwissenschaftler mit Schwerpunkt in der politischen Kommunikations- und Journalismusforschung und ausgebildeter Journalist.

Zudem besitzt er mehrjährige Berufserfahrung als Redakteur bei namhaften Print-, Online- und Funkmedien und als Redaktionsleiter in der Unternehmenskommunikation.

Des Weiteren ist Murat Ham als Buchautor in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten. Murat Ham verfügt über ausgezeichnete Kenntnisse der deutschen Medienlandschaft. Während seiner Arbeit sammelte er insbesondere in der Wirtschaftsberichterstattung wertvolle und spannende Erfahrungen. Auch Themen zur Technik-, Telekommunikations-, Finanz- und Medienbranche runden sein Profil ab.

Website: www.murat-ham.de

Der Autor Murat Ham betont:
„Das Bild – vor allem der türkischen Migranten – ist häufig noch mit negativen Schlagzeilen besetzt. Das Buch soll helfen – das verzerrte Bild geradezurücken. Wir brauchen eine gemeinsame Geschichte und mehr Vertrautheit.“

Der Autor Murat Ham hat während seiner Arbeit als Redakteur und Redaktionsleiter immer wieder Gelegenheit gehabt – sich mit diesen Themen kritisch auseinander zu setzen. Laut Murat Ham hat sich die verfehlte Migrationspolitik der vergangenen Jahrzehnte leicht verbessert.

235 Seiten / 19,95 €
ISBN: 3431037887
Lübbe Verlagsgruppe